Senator Bernie Sanders und Abgeordneter Greg Casar haben am 23. September einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Entwicklung und den Einsatz von künstlicher Superintelligenz dauerhaft verbieten würde. Der Ban Artificial Superintelligence Act markiert einen der konkretesten regulatorischen Vorstöße gegen AGI-Technologien aus dem US-Kongress.
Kurz & knapp
- Ban Artificial Superintelligence Act: Gesetzentwurf von Sanders und Casar vom 23. September
- Sofortiges Moratorium auf Entwicklung fortgeschrittener KI-Systeme bis neue Bundesbehörde Sicherheitsregeln aufgestellt hat
- Strafen: Unternehmensauflösung, bis zu 20 Jahre Haft für Einzelpersonen (vergleichbar mit illegaler Atomwaffenentwicklung)
- Neues KI-Ministerium auf Kabinettsebene geplant
Was das Gesetz verbietet
Das Gesetz zielt auf ein sofortiges Entwicklungsstopp für fortgeschrittene KI-Systeme ab, bis eine neu zu schaffende Bundesbehörde klare Sicherheitsstandards etabliert hat. Sanders argumentiert, dass aktuelle KI-Modelle bereits in der Lage seien, Computersysteme zu hacken, neuartige Viren zu erzeugen und eigenständig neue KI-Systeme zu entwickeln – alles während Tech-Unternehmen trotz bekannter Risiken Hunderte Milliarden Dollar in die Technologie investieren.
"KI ist eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit und man darf nicht zulassen, dass einige wenige Tech-Milliardäre ihre eigenen Regeln schreiben."
Casar warnt zusätzlich, dass KI-Superintelligenz "unzählige Menschen töten könnte", während die Trump-Administration deren Entwicklung fördern wolle.
Drastische Konsequenzen für Verstöße
Das Gesetz sieht beispiellose Strafmaßnahmen vor: Unternehmen, die gegen das Verbot verstoßen, droht die Zwangsauflösung. Einzelpersonen können bis zu 20 Jahre Haft erhalten – eine Strafe, die der für illegale Atomwaffenentwicklung entspricht. Diese Parallelisierung unterstreicht, wie die Gesetzgeber die existenzielle Risiken von Superintelligenz bewerten.
Internationale Dimension
Das Gesetz sieht vor, dass internationale Abkommen die Entwicklung von Superintelligenz weltweit verhindern sollen. Dieser Ansatz folgt bisherigen Vorstößen aus den USA und China zur globalen KI-Kontrolle. Die Idee eines koordinierten internationalen Verbots ist ambitioniert, stößt aber auf praktische Herausforderungen: Wie lässt sich Superintelligenz-Forschung global überwachen? Wer definiert, was als Superintelligenz gilt?
Was das für Deutschland bedeutet
Dieser Gesetzentwurf signalisiert eine Verschiebung in der US-amerikanischen KI-Debatte – weg von "Innovation first"-Ansätzen hin zu präventiver Regulierung. Für deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen könnte das mehrere Implikationen haben: Falls das Gesetz verabschiedet wird, könnten US-Sanktionen auch auf internationale Partner ausstrahlen, die mit amerikanischen Firmen an AGI-Systemen arbeiten. Gleichzeitig könnte dies den Druck auf die EU erhöhen, eigene Sicherheitsstandards für fortgeschrittene KI-Systeme zu verschärfen – über den bestehenden EU AI Act hinaus. Die Frage bleibt offen, ob ein solch rigides Verbot technisch durchsetzbar ist und wie es mit dem Anspruch auf technologische Wettbewerbsfähigkeit vereinbar sein soll.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




