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TÜV startet Zertifizierungsprogramm für KI-Systeme

Der TÜV-Verband erprobt derzeit ein dreistufiges Zertifizierungsprogramm für Künstliche Intelligenz. Bereits Ende des Jahres könnten die ersten Zertifikate schrittweise eingeführt werden – ein Signal für mehr Vertrauen und Rechtssicherheit.

Dreistufiges Zertifizierungsprogramm ab Ende des Jahres

TÜV startet Zertifizierungsprogramm für KI-Systeme

Der TÜV-Verband arbeitet an einer standardisierten Zertifizierung für KI-Systeme. Wie der Verband in Berlin mitteilte, erproben die TÜV-Organisationen derzeit ein KI-Zertifizierungsprogramm mit Pilotpartnern. Das Ziel ist klar: Unternehmen und Nutzer sollen auf einen Blick erkennen können, wie vertrauenswürdig eine KI-Anwendung ist – besonders wenn es um sensible Daten geht.

Kurz & knapp

  • Dreistufiges System: Der TÜV entwickelt ein gestaffeltes Zertifizierungsprogramm, das sich nach Umfang, Methodik und Tiefe der Prüfung unterscheidet
  • Zeitplan: Schrittweise Einführung bereits Ende des Jahres geplant
  • Pilotphase läuft: TÜV-Organisationen testen das Programm aktuell mit ausgewählten Partnern
  • AI-Act-Orientierung: Die erste Stufe richtet sich an Systeme außerhalb der Hochrisikokategorie des EU AI Acts

Drei Zertifizierungsstufen mit unterschiedlichen Anforderungen

Das Programm folgt einem gestuften Ansatz. Die erste Zertifizierung adressiert Systeme, die nicht unter die Hochrisikokategorie des AI Acts fallen – also den Großteil der heute genutzten KI-Anwendungen. Hier liegt der Fokus auf grundlegenden Vertrauenskriterien.

Die zweite Stufe steht allen KI-Systemen offen und beinhaltet eine umfassendere "KI-spezifische Risikobewertung" sowie die Überprüfung, ob Hersteller ihre Anforderungen tatsächlich umsetzen. Das ist relevant für Unternehmen, die KI in kritischeren Kontexten einsetzen.

Die dritte Zertifizierung geht am weitesten: Hier werden ausgewählte Eigenschaften eines KI-Systems durch unabhängige Tests überprüft – ein Verfahren, das besonders für Hochrisiko-Anwendungen gedacht ist.

Was das für die Praxis bedeutet

Das TÜV-Zertifikat soll eine zentrale Frage beantworten: Ist es sicher, dieser KI sensible Daten zu geben? Und: Sind die Antworten wirklich korrekt? Diese Unsicherheit bremst derzeit viele Unternehmen bei der KI-Adoption. Ein standardisiertes Zertifikat könnte hier Klarheit schaffen – ähnlich wie das bekannte TÜV-Siegel für Maschinensicherheit oder Datenschutz.

Die Orientierung am EU AI Act ist kein Zufall: Das Gesetz definiert bereits Hochrisiko-Kategorien und Anforderungen. Der TÜV baut seine Zertifizierung praktisch darauf auf und macht sie damit für Unternehmen sofort relevant, die ohnehin AI-Act-konform werden müssen.

Einordnung: Was bedeutet das für dich?

Für deutsche Mittelständler und größere Unternehmen könnte das TÜV-Zertifikat schnell zum De-facto-Standard werden – ähnlich wie ISO-Zertifizierungen heute. Wer KI-Systeme einsetzt oder entwickelt, sollte die Entwicklung beobachten. Die Zertifizierung könnte nicht nur intern für Compliance-Dokumentation helfen, sondern auch extern ein Vertrauenssignal gegenüber Kunden und Partnern sein. Offen bleibt: Wie streng werden die Prüfkriterien ausfallen? Und wird das Zertifikat europaweit anerkannt oder nur in Deutschland? Diese Fragen werden sich in der Pilotphase klären.

Quellen

Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.

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