Google hat seinen internen Coding-Agent Antigravity aus der Isolation geholt und ihn als verwalteten Agent direkt in die Gemini API integriert. Das bedeutet: Entwickler können den Agent jetzt nicht mehr nur in einer eigenständigen IDE nutzen, sondern über die Gemini API und Google AI Studio aufrufen – kostenlos in der Preview-Phase, mit einer Besonderheit beim Abrechnung.
Kurz & knapp
- Antigravity zieht in die Gemini API um: Der Agent läuft jetzt als verwalteter Service über die Interactions API, verfügbar für kostenlose und bezahlte Projekte
- Sandbox-Compute ist kostenlos (Preview): CPU, Speicher und die Ausführung im Linux-Sandbox werden während der Preview nicht berechnet – nur die Token für das Modell selbst
- Läuft auf Gemini 3.8 Flash: Google setzt standardmäßig auf sein neuestes Flash-Modell, ältere Versionen sind konfigurierbar
- Token-Kosten können hoch werden: Komplexe Workflows können 3–5 Millionen Token pro Interaktion verbrauchen, was bis zu 5 Dollar kosten kann
Was Antigravity im Sandbox macht
Der Agent arbeitet nach einem klaren Muster: Er plant eine Aufgabe, führt Code aus, beobachtet das Ergebnis und iteriert so lange, bis die Aufgabe erledigt ist oder ein Limit erreicht wird. Im Sandbox hat er Zugriff auf Code-Ausführung, Google Search, URL-Fetching und Dateiverwaltung. Das klingt nach einer normalen Chat-Anfrage – ist aber grundlegend anders: Während ein einfacher Prompt eine Antwort liefert, kann eine Antigravity-Interaktion mehrfach durch den Agent-Loop laufen, Token verbrennen und dabei beispielsweise ein Skript schreiben, Tests ausführen, die Ausgabe lesen, die Datei ändern und erneut versuchen.
Google warnt in der Dokumentation ausdrücklich: Komplexe Workflows können 3 bis 5 Millionen Token in einer einzigen Interaktion erreichen, mit geschätzten Kosten von bis zu etwa 5 Dollar pro Task.
Die Preisstruktur: Preview kostenlos, danach teuer
| Modell | Input (bis 31.12.2026) | Output (bis 31.12.2026) | Input (ab 1.1.2027) | Output (ab 1.1.2027) |
|---|---|---|---|---|
| Gemini 3.8/3.7/3.6 Flash | $0,75/Mio. | $3,75/Mio. | $1,50/Mio. | $7,50/Mio. |
Das ist der Clou: Die Sandbox-Compute selbst ist kostenlos – zumindest während der Preview. Das senkt die psychologische Hürde erheblich. Wer einen Workflow testet, der Pakete installiert, einen Build ausführt, einen fehlgeschlagenen Test repariert und einen Report schreibt, muss sich nicht zusätzlich Gedanken über die Rechenzeit der Linux-Maschine machen. Nur die Token-Nutzung bleibt im Blick – und die kann, wie erwähnt, schnell teuer werden.
Kontext: Gemini 3.8 Flash und die Tempo-Strategie
Antigravity läuft standardmäßig auf Gemini 3.8 Flash, das Google am 2. September 2026 veröffentlicht hat – das dritte Flash-Modell in sechs Wochen. Das Signal ist klar: Google setzt auf schnelle, günstige Modelle statt nur auf die größten. Gemini 3.8 Flash schlägt laut Google auf dem Terminal-Bench-2.1-Coding-Benchmark sowohl GPT-5.6 Terra als auch Claude Sonnet 5.
Was das für deutsche Entwickler und Unternehmen bedeutet
Für deutsche Tech-Teams ist das eine niedrigschwellige Gelegenheit, mit einem produktiven KI-Agenten zu experimentieren, ohne sofort hohe Infrastruktur-Kosten zu tragen. Der kostenlose Sandbox während der Preview reduziert das finanzielle Risiko beim Prototyping. Allerdings sollte man die Token-Budgets ernst nehmen – wer komplexe Automatisierungen plant, muss kalkulieren, dass eine einzelne Agent-Interaktion schnell im fünfstelligen Token-Bereich landen kann. Für Unternehmen, die bereits in Gemini investiert haben, ist die API-Integration ein natürlicher nächster Schritt; für andere ist es ein Testfeld, um zu sehen, ob agentenbasierte Workflows in ihre Prozesse passen.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




