Das KI-Büro der Europäischen Union berät laut BornCity über die praktische Wirksamkeit des AI Act und will zeitnah entscheiden, ob die Durchsetzung der Vorschriften vorerst verzögert wird. Anlass ist die noch ausstehende Überprüfung der Standards für die Konformitätsbewertung von Hochrisikosystemen. Eine Entscheidung ist also noch nicht gefallen.
Hintergrund
Seit dem 2. August 2026 sollen Betreiber von Hochrisikosystemen ihre Anwendungen auf Konformität mit Vorgaben zu Transparenz, Robustheit und Genauigkeit prüfen oder zertifizieren lassen. Für spezifische Bereiche, darunter Systeme im Rekrutierungswesen oder in kritischen Infrastrukturen, greifen weitergehende Verpflichtungen laut Bericht erst ab Dezember 2027 beziehungsweise August 2028.
Am 12. Oktober veröffentlichte die EU-Kommission laut Bericht einen Verfahrensentwurf zu Untersuchungs- und Bußgeldverfahren. Die Konsultation endet am 9. November 2026 um 23:59 Uhr Brüsseler Zeit. Bei verbotenen Praktiken drohen laut Bericht Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, bei sonstigen Verstößen bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent; für kleine und mittlere Unternehmen gilt jeweils der niedrigere Wert.
Einordnung
Laut Bericht fällt die Debatte in eine Phase verstärkter Aktivität der Regulierer. Am 14. Oktober ersuchte EU-Digitalchefin Henna Virkkunen laut Bericht die Anbieter OpenAI und Anthropic um Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen und Modellüberwachung. Industrieverbände wie MedTech Europe fordern laut Bericht einen einheitlichen Pfad, der AI-Act-Vorgaben in bestehende Medizinprodukteverordnungen integriert. Falls das KI-Büro den Zeitplan lockert, könnte das für Unternehmen Planungssicherheit schaffen; ob und in welchem Umfang das geschieht, ist offen.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




