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KI-Agenten dringen bei Anthropic ein: Start-up gelangt über Drittanbieter-Software an Slack und Gehaltsdaten

Das Sicherheits-Start-up Cathedral berichtet im Rahmen eines Bug-Bounty-Tests von Zugriff auf interne Systeme des KI-Labors. Anthropic bestätigt den Zugriff, bestreitet aber das volle Ausmaß der Darstellung.

Unter zwölf Stunden (Cathedral) vs. mehrere Tage (Anthropic)

KI-Agenten dringen bei Anthropic ein: Start-up gelangt über Drittanbieter-Software an Slack und Gehaltsdaten

Das Sicherheits-Start-up Cathedral ist laut eigenem Berichtsentwurf im Rahmen von Anthropics Bug-Bounty-Programm mithilfe von KI-Agenten über fremde Business-Software in interne Systeme des Claude-Entwicklers eingedrungen. Den Bericht konnte die Washington Post einsehen. Demnach erhielt Cathedral Zugang zu internen Daten- und Nachrichtensystemen.

Was Anthropic bestätigt

Anthropic bestätigt den Zugriff auf eine begrenzte Auswahl an Vertriebs-, Personal- und IT-Systemen, darunter Kontaktdaten einzelner Kunden und Partner sowie Basisdaten von Nutzerkonten. Chats mit Claude, Quellcode und Modellgewichte seien den Forschern laut Unternehmen verschlossen geblieben. Anthropic schloss die betroffenen Zugänge nach eigener Aussage noch am Tag der Entdeckung, schaltete die Drittanbieter-Programme bis zur Reparatur ab und informierte US-Bundesbehörden.

Widersprüchliche Darstellungen

Über Dauer und Ausmaß gehen die Aussagen auseinander. Cathedral spricht laut Bericht von unter zwölf Stunden, um Zugangswege zu Meeting-Transkripten, Gehaltsdaten, Jobangeboten und Slack-Nachrichten zu finden. Anthropic-Red-Teamer Logan Graham erklärt dagegen, die Angreifer hätten zuerst mehrtägig gegen Anthropics eigene Systeme getestet, bevor sie auf die Drittanbieter-Software auswichen. Dort seien zwei Schwachstellen ausgenutzt, aber nur eine gemeldet worden. Die zweite habe Anthropic selbst entdeckt und geschlossen. Graham wirft dem Start-up vor, durch unvollständige Offenlegung und das Ausnutzen von Drittanbietern sowie den Datenabruf die Safe-Harbor-Zusage überschritten zu haben. Cathedral sagt, es habe sich an übliche Standards der Sicherheitsforschung gehalten.

Zum Umfang der eingesehenen Daten gibt es zusätzlich ein unbestätigtes Gerücht: Der frühere OpenAI-Mitarbeiter Will Depue behauptet, Cathedral habe vollen Administrator-Zugriff auf den Slack-Workspace erlangt und sich in beliebige Konten einloggen können. Graham widerspricht dem und verweist auf die Sensibilität des Vorgangs, ohne Details zu nennen.

Einordnung

Alex Stamos, Sicherheitschef beim KI-Start-up Cognition, bewertete die Funde gegenüber der Washington Post als bedeutend: Eingebundene Drittanbieter-Apps seien ein großes Problem, und Anthropic hätte seine externen Dienste besser absichern können. Für Unternehmen, die KI-Anbieter über Drittanbieter-Software anbinden, könnte der Fall bedeuten, Lieferketten und externe Abhängigkeiten strenger zu prüfen. Welche Daten tatsächlich betroffen waren, ist bislang nicht unabhängig belegt.

Quellen

Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.

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