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US-Justizministerium ermittelt gegen Andreessen Horowitz wegen KI-Kartellverdacht

Das US-Justizministerium untersucht die Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz wegen möglicher Wettbewerbsverstöße. Partner der Firma sitzen gleichzeitig in Aufsichtsgremien konkurrierender KI-Datenfirmen – ein Verstoß gegen US-Kartellrecht.

90 Milliarden US-Dollar verwaltetes Vermögen

US-Justizministerium ermittelt gegen Andreessen Horowitz wegen KI-Kartellverdacht

Das US-Justizministerium (DOJ) untersucht die Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kartellrecht. Im Kern geht es um die Frage, ob Partner der Firma unzulässigerweise in den Vorständen konkurrierender KI-Unternehmen sitzen – laut Bloomberg eine bislang ungewöhnliche Vorgehensweise, da sich die Untersuchung gegen die Firma selbst richtet, nicht nur gegen Einzelpersonen.

Kurz & knapp

  • Mitgründer Ben Horowitz sitzt im Vorstand von Databricks, Partner Martin Casado im Vorstand von Fivetran – beide Datenfirmen konkurrieren direkt miteinander und wurden von Andreessen Horowitz finanziert
  • Andreessen Horowitz verwaltet rund 90 Milliarden US-Dollar und hält Beteiligungen an OpenAI, SpaceX und ElevenLabs
  • Die Untersuchung läuft seit etwa einem Jahr und prüft einen Verstoß gegen das "Interlocking Directorates"-Gesetz von 1914
  • Unter Biden-Regierung zwang das DOJ Verantwortliche in rund einem Dutzend Fällen zum Rücktritt aus solchen Doppelmandaten

Das Gesetz hinter dem Fall

Das "Interlocking Directorates"-Gesetz von 1914 verbietet, dass eine Person gleichzeitig in den Leitungsgremien zweier direkt konkurrierender Firmen sitzt. Der Grund: Sie könnte sonst sensible Informationen austauschen und den Wettbewerb schwächen.

Databricks und Fivetran helfen Firmen dabei, große Datenmengen zu sammeln, zu ordnen und auszuwerten – sie konkurrieren also unmittelbar. Databricks wurde zuletzt mit 190 Milliarden US-Dollar bewertet. Casado saß zudem im Vorstand von dbt Labs, das Fivetran im Juni übernahm. Diese Fusion prüfte das DOJ monatelang, gab sie am Ende aber ohne Auflagen frei.

Ungewöhnlich: Die Firma selbst unter Verdacht

Üblicherweise enden solche Verfahren damit, dass Direktoren aus einem der Vorstände ausscheiden. Unter der Biden-Regierung zwang das DOJ Verantwortliche in rund einem Dutzend Fällen zum Rücktritt. Neu im Fall Andreessen Horowitz ist, dass nicht nur eine Einzelperson, sondern die Firma selbst betroffen ist, weil mehrere ihrer Direktoren in konkurrierenden Vorständen sitzen.

Die knapp ein Jahr alte Untersuchung läuft weiter, während die Fusion von Fivetran und dbt Labs bereits genehmigt wurde.

Nähe zur Trump-Regierung verschärft die Optik

Pikant ist die enge Verbindung der Firma zur zweiten Trump-Regierung: Andreessen Horowitz hat sich laut Bloomberg eng an das Weiße Haus gebunden und erfolgreich für den Abbau vieler KI-Sicherheitsregeln geworben, von denen das eigene Portfolio profitiert. Laut Bloomberg spendeten Horowitz und Mitgründer Marc Andreessen 2024 Millionen an eine Trump-nahe Gruppe.

Die Untersuchung wurde unter der Biden-Regierung eingeleitet und läuft nun unter Trump weiter – ein Zeichen dafür, dass das Kartellrecht unabhängig von der politischen Ausrichtung angewendet wird.

Was das für dich bedeutet

Dieser Fall zeigt, dass US-Behörden die Marktkonzentration im KI-Sektor ernst nehmen – auch wenn die Regierung gleichzeitig KI-Deregulierung vorantreibt. Für deutsche Unternehmen ist relevant: Wenn du mit US-VC-Investoren zusammenarbeitest oder selbst in Aufsichtsgremien sitzt, solltest du die kartellrechtlichen Grenzen kennen. Die Untersuchung signalisiert zudem, dass Investoren nicht einfach mehrere konkurrierende Firmen kontrollieren können, ohne rechtliche Konsequenzen zu riskieren – unabhängig davon, wie nah sie der Regierung stehen.

Quellen

Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.

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