Taiwans Ministerium für digitale Angelegenheiten (MODA) drängt laut einem Bericht von ad-hoc-news.de große Online-Plattformen zur Einführung eines dreistufigen Kennzeichnungssystems für KI-erzeugte Inhalte. Der Vorschlag wurde laut Bericht am 25. Oktober 2026 vorgelegt.
Das Modell
In der ersten Stufe müssen Ersteller beim Hochladen über eine Auswahlbox selbst bestätigen, ob KI eingesetzt wurde. In der zweiten Stufe sollen Plattformen Inhalte automatisch mit einem KI-Hinweis versehen, wenn ihre Systeme entsprechende technische Signale oder Metadaten erkennen, ohne dass eine Kennzeichnung erfolgte. Die dritte Stufe sieht Meldewege vor, über die Behörden und Nutzer nicht gekennzeichnete KI-Inhalte melden können, damit Plattformen nachträglich prüfen.
Sichtbarkeit der Hinweise
MODA verlangt laut Bericht zudem auffälligere Hinweise. Für YouTube fordert das Ministerium etwa, KI-Hinweise direkt unter dem Video statt erst im ausklappbaren Beschreibungsfeld anzuzeigen.
Stand der Umsetzung
Dem Vorstoß ging laut Bericht eine einjährige Diskussion voraus, in der sich die Behörde nach Angaben von Abteilungsdirektor Tsai Shou-chuan mit Meta, Google, dem Messenger-Dienst Line sowie Branchenverbänden austauschte. Laut Behördenangaben macht Google schnellere Fortschritte als Meta, das noch technische Anpassungen vornimmt. Bei Line soll die Pflicht vorerst nur für öffentlich zugängliche Inhalte gelten, nicht für private Nachrichten.
Einordnung
Sollte sich das Modell durchsetzen, könnte es ein Beispiel dafür werden, wie Kennzeichnungspflichten außerhalb der EU konkret ausgestaltet werden. Für deutsche Unternehmen, die KI-Inhalte auf Plattformen ausspielen, wäre relevant, ob ähnliche Anforderungen auch hierzulande folgen. Dazu gibt es in der vorliegenden Quelle keine Aussagen.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




