Die KI-Entwicklungsplattform Replit verschiebt ihre Modellwahl weg von Anthropic. CEO und Mitgründer Amjad Masad sagte laut TechCrunch am Donnerstag auf der Bühne der TechCrunch Disrupt, das Unternehmen arbeite nicht mehr mit Anthropic zusammen. Als Gründe nannte er Kosten, Partnerschaft und Leistung. Replit hatte im August eine Partnerschaft mit OpenAI angekündigt.
Was sich konkret ändert
Nach der Veranstaltung stellte Masad laut TechCrunch klar, dass Kundinnen und Kunden weiterhin auf Anthropic-Modelle zugreifen können. OpenAI ist jedoch nun das Standardmodell. Laut TechCrunch könnte dies Replits Ausgaben bei Anthropic deutlich senken, da die meisten Kundinnen und Kunden den Standard nutzen statt selbst ein Modell zu wählen.
Hintergrund
Vor dem Deal mit OpenAI setzte Replit laut TechCrunch auf Anthropics Claude-Modelle. Masad sagte auf der Bühne, Replit sei bis vor kurzem einer der fünf größten Kunden Anthropics gewesen. Gegenüber TechCrunch erklärte er zudem, Replit bleibe modellunabhängig, OpenAI sei nun der bevorzugte Partner für den Replit Agent.
Insider, die nicht namentlich genannt werden wollten, widersprachen laut TechCrunch: Die Partnerschaft mit Anthropic bestehe weiterhin. Außerdem zeigten Beiträge auf der Website, in Blogposts und in sozialen Medien, dass Replit Anthropic-Produkte noch wenige Wochen zuvor bewarb. Ein Blogpost von Ende September nannte Claude-Modelle als im Produktivbetrieb des Replit Agent laufend.
Wachstum und Unternehmenskunden
Masad nannte auch Zahlen zur Umsatzstruktur, ohne ARR zu veröffentlichen: Enterprise machte laut ihm im Vorjahr etwa 2 % des Umsatzes aus, in diesem Jahr rund 15 %. Mehr als 50 % des Umsatzes stammten aus B2B. Hinter den Kulissen sagte er TechCrunch, er erwarte, dass 2027 mehr als die Hälfte des Umsatzes von Enterprise- und Behördenkunden komme.
Einordnung
Die Entscheidung wird von Replit mit Kosten, Partnerschaft und Leistung begründet, wobei die Leistungsangabe auf einem internen und einem öffentlichen Benchmark beruht. Ob sich der Wechsel finanziell auszahlt, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht beurteilen. Offen bleibt, ob die Insider-Aussagen, die Partnerschaft bestehe fort, zutreffen; wenn ja, wäre die Trennung weniger eindeutig, als Masads Aussagen nahelegen. Für Unternehmen, die Modelle über Plattformen beziehen, ist vor allem relevant, dass die Standardauswahl das Modell bestimmt, das die meisten Nutzenden tatsächlich verwenden.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




