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OpenAI: Umsatzwachstum hält an, neue 30-Milliarden-Runde geplant

OpenAI korrigiert seine kolportierte Umsatzrate auf rund 50 Milliarden Dollar und verhandelt parallel über mindestens 30 Milliarden Dollar frisches Kapital bei 1,4 Billionen Dollar Bewertung.

50 Mrd. $ Umsatzrate

OpenAI: Umsatzwachstum hält an, neue 30-Milliarden-Runde geplant

OpenAIs annualisierte Umsatzrate lag Ende September bei rund 50 Milliarden US-Dollar, berichtet die Financial Times. Die zuvor genannten knapp 70 Milliarden Dollar beruhten laut Axios auf einer Hochrechnung, die OpenAIs Zahlen mit denen von Anthropic vergleichbar machen sollte. Die Korrektur ließ Tech- und Chip-Aktien unter Druck geraten.

Kurz & knapp

  • Umsatzrate: rund 50 Milliarden Dollar Ende September, statt der zunächst kolportierten 70 Milliarden
  • Wachstum: annualisierte Umsatzrate im dritten Quartal laut CNBC um 77 Prozent gestiegen, im Geschäftskundenbereich um 107 Prozent
  • Finanzierung: Verhandlungen über mindestens 30 Milliarden Dollar bei einer angestrebten Bewertung von 1,4 Billionen Dollar vor Zufluss des neuen Kapitals
  • Ziel: laut Bloomberg bis Ende 2026 eine annualisierte Umsatzrate von mindestens 70 Milliarden Dollar

Die Umsatzkorrektur ist eine Bilanzierungsfrage

Die Differenz zwischen 50 und 70 Milliarden Dollar erklärt sich laut Axios durch die unterschiedliche Erfassung von Partnerverkäufen. Anthropic verbucht bei Verkäufen über Cloud-Partner den gesamten Kundenumsatz und erfasst den Anteil des Cloud-Anbieters anschließend als Aufwand. OpenAI zählt bei bestimmten Partnerverkäufen dagegen nur den eigenen Anteil als Umsatz.

Beide Verfahren entsprechen laut Axios den US-Rechnungslegungsstandards GAAP. Entscheidend ist, welche Rolle das jeweilige Unternehmen bei der Transaktion übernimmt, also wer die Kundenbeziehung kontrolliert und für die Bereitstellung des Produkts verantwortlich ist. Für Vergleiche zwischen den beiden Unternehmen solltest du deshalb genau hinsehen, welche Zahl gemeint ist.

Markt reagiert nervös

Nach dem Bericht der Financial Times gerieten Tech-Aktien unter Druck, Chip-Aktien verloren mehrere Prozent. Das zeigt, wie stark der Markt am Schicksal der beiden großen US-KI-Unternehmen hängt. Laut Berichten steht die Zurückhaltung beim Börsengang im Kontext dieser Nervosität: OpenAI hat seinen eigenen Börsengang bereits auf das nächste Jahr verschoben. CEO Sam Altman begründete dies zuletzt mit Sicherheitsrisiken, der Termin stand nach Angaben der Quellen jedoch schon vor den jüngsten Cybersecurity-Vorfällen fest.

Die zentrale Frage bleibt, ob das Umsatzwachstum ausreicht, um die hohen Verpflichtungen für den Ausbau der Rechenkapazität langfristig zu finanzieren. Die Antwort dürfte eng mit messbaren Produktivitätsgewinnen zusammenhängen.

Einordnung: Was das für deutsche Unternehmen bedeutet

Für deutsche Unternehmen ist die Nachricht vor allem ein Signal für die Stabilität der Anbieter, auf die sie setzen. Wer OpenAI-Dienste in Produkte oder Prozesse einbindet, sollte die Preis- und Vertragsrisiken im Blick behalten, falls sich die Finanzierungslage ändert. Die Bilanzierungsdebatte zeigt außerdem, dass Umsatzzahlen zwischen KI-Anbietern nur mit Vorsicht vergleichbar sind. Wer Anbieter bewertet, sollte sich nicht allein auf Schlagzeilen-Kennzahlen verlassen.

Quellen

Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.

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