Die Personalie
OpenAI verstärkt seine Militärsparte und hat den früheren zivilen Leiter der US Army, Dan Driscoll, als "Senior Counselor for National Security Modernization" eingestellt. Das berichten The Decoder unter Berufung auf OpenAI und das Wall Street Journal. Laut OpenAI soll Driscoll gemeinsam mit Regierungen, Industrie, Wissenschaft und US-Verbündeten daran arbeiten, dass KI die nationale Sicherheit und die Abwehr von Cyberangriffen stärkt.
Driscolls Hintergrund
Als 26. Heeresminister der USA war Driscoll ziviler Chef von fast einer Million Soldaten und mehr als 265.000 Zivilangestellten. Während seiner Amtszeit trieb er laut Bericht die KI-Modernisierung der Army voran, unter anderem mit dem Projekt ARIA, einer Initiative für KI-Werkzeuge in Haushaltsplanung, Logistik und taktischer Modellbereitstellung. Ende August 2026 reichte er seinen Rücktritt ein. Als Hintergrund werden monatelange Spannungen mit Verteidigungsminister Pete Hegseth genannt, der laut Berichten wiederholt hochrangige Offiziere gegen Driscolls Willen absetzte oder von Beförderungslisten strich.
Der Kontext: OpenAI und das Pentagon
Ende Februar 2026 stufte das Pentagon den Konkurrenten Anthropic als "Lieferkettenrisiko" ein, nachdem CEO Dario Amodei sich geweigert hatte, Einschränkungen gegen Massenüberwachung und autonome Waffen aus den Verträgen zu streichen. Am selben Tag kündigte OpenAI-CEO Sam Altman eine eigene Vereinbarung mit dem Pentagon für den Einsatz seiner Modelle in geheimen Netzwerken an. Altman betonte, der Deal enthalte ähnliche Schutzklauseln wie die von Anthropic geforderten.
Politische Vernetzung
Laut AP unterhält Driscoll, ein Vertrauter von Vizepräsident JD Vance, gute Beziehungen zu beiden Parteien im Kongress. Diese Vernetzung könnte laut Bericht bei veränderten Mehrheiten nach den aktuellen Zwischenwahlen an Bedeutung gewinnen.
Einordnung
Der Schritt deutet darauf hin, dass OpenAI sich im Wettbewerb um Verteidigungs- und Regierungsaufträge in den USA stärker positionieren will. Das Wall Street Journal liest die Personalie so, dass OpenAI enger mit dem Militär zusammenarbeiten und die Regeln für den KI-Einsatz bei Streitkräften und Geheimdiensten mitgestalten will. Ob sich daraus tatsächlich neue Aufträge ergeben, ist mit den vorliegenden Quellen nicht belegt.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




