Was passiert ist
Die Finanzverwaltung in NRW setzt laut t3n nach eigenen Angaben erstmals in Deutschland ein eigenes KI-System ein, um digitale Beweismittel in Ermittlungsverfahren auszuwerten. Das Programm Forensight wurde vom Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme entwickelt.
Nach Angaben des NRW-Finanzministeriums übersetzt das System Dokumente, fasst sie zusammen, transkribiert Audio- und Videodateien, erkennt Personen, Firmen und Orte und stellt deren Verbindungen als Netzwerk dar.
Der Hintergrund
Bei Durchsuchungen und Beschlagnahmen fallen laut Ministerium regelmäßig Millionen Dateien an, oft seien weniger als zehn Prozent davon für das Verfahren relevant. Die manuelle Auswertung binde Ermittler über Monate oder Jahre.
Die Angaben aus dem Pilotbetrieb
In einem Verfahren hätten Ermittler laut Ministerium 1.000 relevante Seiten aus einem Bestand von 20 Millionen innerhalb weniger Wochen identifiziert. In weiteren Testfällen seien laut Ministerium rund 60 Prozent mehr relevante Dokumente gefunden worden als mit bisherigen Methoden.
Einordnung
Das Ministerium betont, die KI ersetze keinen Ermittler: Das System bereite Daten auf und mache Vorschläge, prüfen, bewerten und entscheiden müsse der Mensch. Für andere Behörden könnte der Fall zeigen, wie sich große Datenbestände vorsortieren lassen. Offen bleibt, wie das System rechtlich und datenschutzseitig eingebettet ist und wie sich die Trefferquoten in weiteren Verfahren verhalten.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




