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EU AI Act: Transparenzpflicht für KI-Systeme ab August 2026

Ab August 2026 müssen Unternehmen KI-generierte Inhalte und Deepfakes kennzeichnen. Verstöße gegen die Transparenzpflichten kosten bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent vom weltweiten Jahresumsatz.

Bußgelder bis 15 Mio. Euro oder 3 % vom Umsatz

EU AI Act: Transparenzpflicht für KI-Systeme ab August 2026

Korrektur vom 25. August 2026. Dieser Beitrag enthielt vier sachliche Fehler, die wir korrigiert haben. Er nannte für Verstöße gegen die Transparenzpflichten einen Bußgeldrahmen von 35 Millionen Euro oder 7 Prozent. Richtig sind nach Art. 99 Abs. 4 bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent; die höhere Stufe gilt nur für verbotene Praktiken nach Art. 5. Er berief sich auf ein „Betriebssicherheitsgesetz", das es nicht gibt. Er nannte den 1. Juli als Beginn der KI-Kompetenz-Pflicht, die tatsächlich seit dem 2. Februar 2025 gilt. Und er führte die Transparenzpflichten auf ein Omnibus-Paket zurück, obwohl sie aus der KI-Verordnung selbst stammen.

Die EU verschärft ihre KI-Regulierung deutlich: Ab dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Der Digital Omnibus, Verordnung (EU) 2026/1744, hat diesen Termin ausdrücklich nicht verschoben. Das trifft dich als Unternehmer direkt – egal ob du ein Chatbot betreibst, KI-generierte Inhalte veröffentlichst oder mit Deepfakes arbeitest. Die Kennzeichnungspflicht gilt unabhängig davon, wie dein KI-System klassifiziert ist. Das bedeutet: Auch niedrig-risiko Anwendungen müssen transparent machen, dass sie KI-generiert sind.

Besonders streng werden die Regeln bei sensiblen Anwendungen. Deepfakes, Emotionserkennung und biometrische Kategorisierung müssen ab August eindeutig gekennzeichnet sein. Noch härter wird es ab dem 2. Dezember 2026: Dann werden Nudification-Tools und intime Deepfakes ohne explizite Einwilligung der betroffenen Person komplett verboten. Auch bestehende KI-Systeme müssen bis dahin die neuen Transparenzvorgaben erfüllen – es gibt keine Bestandsschutz-Regelung.

Die Strafen sind erheblich. Wer die Transparenzpflichten ab August nicht umsetzt, riskiert nach Art. 99 Abs. 4 Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Die höhere Stufe von 35 Millionen Euro oder 7 Prozent greift nur bei den verbotenen Praktiken nach Art. 5. Doch damit nicht genug: Deutsche Gerichte haben bereits die Haftung von Plattformbetreibern für KI-Fehler bestätigt. Das Landgericht München I entschied im Mai, dass Betreiber für KI-generierte Übersichten haften. Das Oberlandesgericht Hamm rechnete im Mai Chatbot-Fehler direkt dem Betreiber zu. Das bedeutet für dich: Du kannst nicht einfach sagen, "die KI hat das gemacht".

Wer im Unternehmen dafür geradesteht

Die Verantwortung bleibt bei der Geschäftsführung, aber sie folgt nicht aus einem KI-Sondergesetz. Sie ergibt sich aus der allgemeinen Sorgfaltspflicht nach § 43 GmbHG, bei Aktiengesellschaften aus § 91 AktG, und für Cybersicherheit aus NIS2 und dem BSIG. Parallel dazu gilt die KI-Kompetenz-Pflicht nach Art. 4 der KI-Verordnung schon seit dem 2. Februar 2025: Wer KI einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Menschen, die damit arbeiten, sie auch verstehen.

Deutschland rüstet sich derweil auf. Am 2. Juli hat eine neue KI-Taskforce ihre Arbeit aufgenommen – mit geplanter Kooperation zum britischen KI-Sicherheitsinstitut. Andere EU-Länder ziehen nach: Irland plant ein unabhängiges "AI Office of Ireland" mit regulatorischen Sandboxes für Start-ups. Spanien teilt die Aufsicht auf mehrere Behörden auf. Das bedeutet: Die Kontrolle wird fragmentiert, aber intensiv.

Hochrisiko-Systeme bekommen Aufschub – aber nicht viel

Es gibt auch gute Nachrichten, allerdings begrenzt. Eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III bekommen bis zum 2. Dezember 2027 Zeit zur Umsetzung. Hersteller von KI-Sicherheitskomponenten sogar bis August 2028. Aber dieser Aufschub entlastet dich nur bedingt: Die Transparenzpflichten ab August gelten parallel zu anderen Digitalgesetzen wie der NIS2-Richtlinie. Du musst also ohnehin deine Compliance-Infrastruktur aufbauen.

Die EU-Kommission hat bereits einen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung veröffentlicht. Das ist deine Orientierung. Für deutsche Unternehmen heißt das konkret: Jetzt ist der Moment, um deine KI-Systeme zu audieren, Kennzeichnungsprozesse zu etablieren und dein Management-Team auf die persönliche Haftung hinzuweisen. Die EU AI Act Fristen sind eng getaktet – Verzögerungen werden teuer.

Quellen

Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.

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