Was passiert ist
Anthropic hat seinen ersten Lizenzvertrag mit einem Nachrichtenverlag geschlossen. Partner ist die Nachrichtenagentur Associated Press (AP), wie The Decoder (DE) unter Berufung auf einen Bericht von Adweek schreibt, der sich auf zwei mit der Sache vertraute Personen stützt.
Durch den Deal konnte der Chatbot Claude am Wahlabend aktuelle Wahlergebnisse der AP in Echtzeit anzeigen und mit Quellenangabe versehen. Finanzielle Details und die Laufzeit der Vereinbarung wurden nicht genannt.
Der Hintergrund
Bisher hatte Anthropic solche Partnerschaften abgelehnt, weil das Unternehmen das Scraping von Verlagsinhalten laut Bericht als unter dem Konzept des "Fair Use" zulässig betrachtet. Konkurrent OpenAI hat laut Bericht bereits über ein Dutzend solcher Deals, unter anderem mit Axel Springer, News Corp. und The Atlantic.
Ohne Zugang zu aktuellen Verlagsdaten war Claude bei zeitkritischen Anfragen laut Bericht stark eingeschränkt. Verlage blockieren Anthropics Crawler gezielt, um das Unternehmen an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die AP war auch bei Google und OpenAI der erste Lizenzpartner.
Einordnung
Wenn sich dieses Vorgehen durchsetzt, könnte es einen Präzedenzfall für die Vergütung von Medieninhalten im KI-Training setzen. Offen bleibt, ob Anthropic künftig weitere Verlage lizenziert und welche Bedingungen dann gelten. Für Unternehmen, die Nachrichtendaten in KI-Anwendungen nutzen oder selbst Inhalte anbieten, ist vor allem relevant, wie solche Verträge Zugang, Quellenangabe und Vergütung regeln.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




