Schwarzer Donnerstag in Asien
Nach heftigen Kursverlusten bei mehreren US-Firmen aus dem KI-Umfeld sind am Donnerstag die Börsen in Asien eingebrochen. Am stärksten traf es Südkorea, das stark vom Bau von KI-Rechenzentren profitiert, vor allem über die Speicherhersteller Samsung und SK Hynix. Deren Aktien fielen teils um 10 bis 12 Prozent. Der Leitindex Kospi hat seit seinem Höchststand im Juni fast 40 Prozent verloren. Die genauen Gründe sind laut Quelle unklar. Den Anfang machte CoreWeave, ein US-Anbieter von KI-Rechenleistung, dessen Schulden für den Ausbau nun noch teurer geworden sind.
Bei Samsung und SK Hynix kam eine Studie eines südkoreanischen Analysehauses hinzu, die um 2029 Überkapazitäten warnt, falls die Speicherproduktion weiter so schnell wächst. Auf Börsen in Europa und den USA griff der Absturz laut heise am Donnerstag nicht über; am Freitag erholten sich die Kurse in Südkorea und Japan.
Hintergrund: Neoclouds unter Druck
Das Marktforschungsunternehmen Gartner schätzt laut heise, dass rund 80 Prozent der sogenannten Neoclouds – auf KI spezialisierte Cloud-Anbieter wie Nebius oder CoreWeave – bis 2030 nicht mehr eigenständig bestehen werden. Profitieren könnten laut Gartner Amazon, Meta und Google, weil sie in vielen Geschäftsfeldern Geld verdienen.
TSMC meldet Rekord
Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC meldet für das dritte Quartal 2026 erneut Rekordzahlen, getrieben von der Nachfrage nach 2- und 3-Nanometer-Chips. Konzernchef Wei blickt laut Quelle vorsichtig auf 2027: Die Nachfrage sei robust, Druck sehe er aber in preissensiblen Segmenten wie günstigen Smartphones oder Haushaltselektronik.
Neue offene Modelle
SpaceXAI hat laut heise mit Grok Voice 3.0 ein Modell für Sprachdialoge in Echtzeit vorgestellt; es ist kein Open-Weight-Modell. Nvidia veröffentlicht das offene Modell Nemotron 3.5 Super VL, das Text, Bilder und Videos versteht. Mit 120 Milliarden Parametern ist es laut Nvidia etwa ein Fünftel so groß wie das Ausgangsmodell Nemotron 3 Ultra; an die Spitzenmodelle von Anthropic und OpenAI reiche es in Benchmarks nicht heran. Für lokale Rechner kommt das kleinere Modell Bolt, das 24 Gigabyte Speicher benötigt.
Reflection stellt mit Beam ein offenes Mixture-of-Experts-Modell mit 501 Milliarden Parametern (23 Milliarden aktiv pro Token) unter Apache-2.0-Lizenz bereit, mit einem Kontextfenster von 1 Million Tokens, ausgerichtet auf Coding und Agenten-Anwendungen. Black Forest Labs aus Freiburg veröffentlicht laut heise das Bildmodell Flux 3 Image Klein mit offenen Gewichten.
Einordnung
Für deutsche Unternehmen, die KI-Modelle selbst betreiben wollen, könnten die neuen offenen Modelle relevant werden – entscheidend bleibt jeweils die Hardwareanforderung. Ob die Kursturbulenzen zu einer breiteren Korrektur führen, ist laut Quellenlage offen.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




