Nebius Group hat sich 775 Millionen US-Dollar durch eine besicherte Kreditfazilität gesichert. Das Geld fließt nicht in neue Hardware, sondern in den Ausbau der KI-Cloud-Plattform – während bereits installierte GPUs und Kundenverträge als Collateral dienen. Die Transaktion zeigt, wie Finanzierung im KI-Infrastruktur-Markt neu gedacht wird.
Kurz & knapp
- $775 Mio. Senior Secured Debt Facility, fällig 31. Oktober 2030
- Zinssatz: Term SOFR + 2,5 Prozentpunkte (aktuell ca. 6,83 %)
- MUFG Bank als Lead Arranger; Sicherheiten: GPU-Hardware + Kundenverträge
- Kreditnehmer: Nebius Compute II LLC (Delaware) und Nebius Compute II Oy (Finnland)
Das Modell: Bereits installierte Hardware als Sicherheit
Das Innovative an dieser Finanzierung ist die Struktur. Nebius nutzt nicht zukünftige Einnahmen, sondern bereits deployed GPUs und laufende Kundenverträge als Sicherheit. Das bedeutet: Die Hardware steht bereits in Rechenzentren, Kunden zahlen bereits – und genau das macht die Schuld bankabel.
Die Kreditvereinbarung verlangt eine Debt Service Coverage Ratio von mindestens 1,15:1. Das ist relativ eng – aber es funktioniert, weil die Cashflows aus dem Betrieb die Kredittilgung übersteigen. Nebius betont, dass die Facility plus die Kundeneinnahmen über 100 % der Capex für die GPU-Infrastruktur decken. Das ist das Kernmodell: Recyceln statt Neufinanzieren.
Microsoft-Vertrag als Ankerpunkt
Das Unternehmen hat zwar nicht offengelegt, welcher Investment-Grade-Kunde den Vertrag hält, der diese Finanzierung absichert. Aber der Hinweis auf Microsoft ist deutlich: Nebius kündigte im September 2025 an, dedizierte GPU-Kapazität aus seinem Rechenzentrum in Vineland, New Jersey bereitzustellen. Regulatorische Unterlagen bewerten diesen Vertrag auf bis zu $17,4 Milliarden bis 2031.
Nebius sagte damals bereits, dass es die Capex teilweise über Kundenfinanzierung und durch Schulden, besichert durch den Vertrag, decken würde. Genau das ist jetzt passiert.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Kreditvolumen | $775 Mio. |
| Laufzeit | bis 31.10.2030 |
| Zinssatz | SOFR + 250 BP |
| Kreditnehmer | US + Finnland Tochtergesellschaften |
| Sicherheiten | GPUs + Kundenverträge |
| Debt Service Ratio | mind. 1,15:1 |
Ring-Fencing: Begrenzte Elternhaftung
Ein wichtiges Detail für Investoren: Nebius Group selbst haftet nicht vollständig für diese Schulden. Die Garantien sind auf bestimmte "Bad Acts" und operationale Verpflichtungen begrenzt. Das ist typisch für Asset-Level-Finanzierung – die Kreditgeber setzen auf die GPUs und Verträge, nicht auf die Muttergesellschaft.
Das reduziert das Risiko für die Elterngesellschaft, macht aber auch deutlich: Dieser Kredit ist infrastruktur-gebunden, nicht konzernweit.
Was das für deutsche Unternehmen bedeutet
Für deutsche Cloud- und KI-Infrastruktur-Player ist das Signal wichtig: Finanzierung von KI-Hardware funktioniert jetzt über Asset-Backed-Modelle. Das öffnet Wege für Unternehmen, die nicht über die Cashflows von Tech-Riesen verfügen. Gleichzeitig zeigt es, dass der Markt für GPU-Kapazität so etabliert ist, dass Banken bereit sind, Hardware und Kundenverträge zu bewerten und zu besichern.
Das könnte deutschen Anbietern helfen – wenn sie ähnliche Kundenverträge mit Investment-Grade-Partnern aufbauen. Nebius zeigt: Der Weg zu Skalierung führt nicht nur über Eigenkapital, sondern über strukturierte Finanzierung von echten, arbeitenden Assets.
Quellen
Redaktionell verantwortet von Ideal Syka. Quellen und Arbeitsweise: Redaktion & Methode. Hinweise und Korrekturen: ai@i6eal.de.




